Bodo Schäfer die Gesetze der Gewinner Leseprobe

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Leseprobe von Bodo Schäfer die Gesetze der Gewinner

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1. Gesetz: Triff Entscheidungen
Es war einmal ein kleiner Bach, der kam an den Rand einer großen Wüste. Dort
hörte er eine Stimme: »Los, gehe ruhig weiter.« Aber der Bach fürchtete sich vor
dem Neuen und Unbekannten. Er hatte Angst vor der Veränderung. Er wollte
zwar mehr Wasser haben und ein schöneres Leben führen, aber er wollte sich
nicht verändern und kein Risiko eingehen.
Doch wieder sprach die Stimme: »Wenn du den Schritt
Kostenloses Buch 22Die Gesetze Der Gewinner22 von Bodo Schäfer14
tum und jede Veränderung werden immer von einer Entscheidung eingeleitet.
Die Furcht vor einer falschen Entscheidung ist groß. Die Furcht, das bekannte,
»sichere« Terrain zu verlassen und es gegen etwas Unbekanntes einzutauschen.
Aber dieser Schritt bedeutet die Möglichkeit zum Wachstum. Hier
liegt die große Chance für jeden Menschen.
Jede Entscheidung ist auch eine Trennung
Das Wort Ent-Scheidung macht deutlich, dass jede Entscheidung eine Scheidung
bedeutet. Mit jeder Entscheidung wählen wir eine Möglichkeit und trennen uns
gleichzeitig von allen anderen. Wer wirklich eine ernsthafte Entscheidung trifft,
der versperrt sich sogar bewusst den Zugang zu jeder anderen Möglichkeit.
Bei den wichtigen Entscheidungen in unserem Leben haben wir die Wahl
zwischen der Vergangenheit und der Zukunft. Wir können uns dafür entscheiden,
an dem, was wir haben, festzuhalten. Dann sind wir aber nicht frei für eine
neue Chance. Und das heißt gleichzeitig, dass wir uns entschieden haben, uns
von unseren Träumen und unserer Vision für eine erfüllendere Zukunft zu
trennen. Oder wir können loslassen und haben dann beide Hände frei für unsere
Ziele und Träume.
Es ist nicht möglich, gleichzeitig an dem festzuhalten, was uns »Sicherheit«
gibt, und nach einer Vision zu greifen. Sie müssen sich entweder von Ihrer »Sicherheit«
oder von der Möglichkeit trennen, sich Ihre Träume zu erfüllen. Wofür
entscheiden Sie sich? Wollen Sie an der Vergangenheit festhalten, oder wählen
Sie die Chance einer reichen Zukunft? Sie alleine kennen die Antworten. Sie
wissen, ob Sie wirklich glücklich sind mit Ihrem jetzigen Leben – oder ob Sie
etwas verändern sollten. Veränderungen beginnen immer mit Ent-Scheidungen.
Also mit Trennung. Das erfordert Mut.

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Wer sich nicht entscheidet, blockiert sein Wachstum
Wissen Sie, wie in Afrika Affen gefangen werden? Der Jäger legt einen hühnereigroßen
Stein in ein Baumloch von etwa sechs Zentimetern Durchmesser.
Dabei tut er sehr geheimnisvoll. Die Affen beobachten ihn dabei aus sicherer
Entfernung und werden neugierig.
Dann geht der Jäger einige Meter weg. Sofort nähert sich ein Affe dem
Baum und greift in das Loch. Er fühlt den Gegenstand und will ihn aus dem
Loch ziehen. Der Durchmesser des Lochs ist dafür aber zu klein. Der Affe
könnte natürlich seine Hand jederzeit leicht aus dem Loch ziehen, wenn er den
Stein loslassen würde. Aber dazu kann er sich nicht durchringen. Und so gelingt
es dem Mann schließlich, den Affen zu fangen, indem er ihm in aller Ruhe
einen Sack überstülpt.
Kann es sein, dass wir manchmal von unserer Vergangenheit gefangen gehalten
werden? Dass wir uns an Dinge und Sicherheiten klammern? Und kann
es sein, dass wir dadurch nicht die Hände frei haben – für das Leben, das uns
glücklicher machen würde? Wir begegnen hier einer wichtigen Grundfrage:
Was wollen Sie in Ihrem Leben erreichen?
Theodore Roosevelt sagte einmal: »Es ist viel besser, große Dinge zu wagen, große
Triumphe zu feiern, auch wenn es auf dem Weg zu Fehlschlägen kommt, als sich in die Reihe
der schlichten Geister einzuordnen, die weder viel Freude noch viel Leid erfahren, weil sie
in der Grauzone leben, in der es weder Sieg noch Niederlage gibt.«
Gewinner klammern nicht, sie halten sich nicht krampfhaft an einer Situation
fest, die sie nicht befriedigt. Sie können ein Risiko eingehen, weil sie wissen,
dass alles besser ist als eine unbefriedigende Minimalexistenz. Armut bedeutet
für die meisten Menschen in Europa nicht, Hunger zu leiden, sondern einen
stumpfsinnigen Alltag zu leben.
Es ist ein großer Unterschied, ob Sie spielen, um nicht zu verlieren, oder ob Sie spielen,
um zu gewinnen. Wer bemüht ist, nur nicht zu verlieren, konzentriert sich auf die
Risiken und Gefahren. Wer auf Sieg setzt, hat eher die Möglichkeit des Sieges
vor Augen. Was glauben Sie, wer von beiden fühlt sich wohl glücklicher?
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Gründe, warum keine Entscheidungen getroffen
werden
1. Viele Menschen meinen, ein Leben lang bei
einem Beruf bleiben zu müssen
Die Berufswahl vieler Menschen wurde jedoch von ignoranten Teenagern getroffen
– von uns. Vielleicht waren diese Entscheidungen gut, vielleicht aber
auch nicht. Und dann könnte es an der Zeit sein, neue Entscheidungen zu treffen.
Die wichtige Frage lautet: Lieben Sie Ihre Tätigkeit? Das Leben ist zu kurz,
um tagtäglich einer Arbeit nachzugehen, die wir nicht richtig lieben. Und ganz
gleich, was Sie tun, Sie stehen im direkten Wettbewerb mit Menschen, die genau
diese Tätigkeit lieben.
2. Viele Menschen meinen, sich »später«
entscheiden zu können
Aber jemand, der keine Entscheidung treffen kann, verliert das Vertrauen in sich
selbst. Abgesehen davon ist es gar nicht möglich, keine Entscheidung zu treffen.
Auch wenn Sie sich nicht entschieden haben, haben Sie sich entschieden. Sie
haben dann gewählt, dass alles so bleibt wie bisher. Oder Sie haben die Unentschiedenheit
gewählt. Dieser Zustand kostet enorm viel Energie. Er belastet. Sie
sind nicht frei und können sich nicht frei bewegen.
Dennoch sagen viele Menschen, dass sie sich ebenso gut später entscheiden
könnten. Am besten stellen Sie sich Ihr Ziel vor, als würde es auf einer Rolltreppe
stehen. Es ist ständig in Bewegung – es entfernt sich von Ihnen. Wenn
Sie einige Zeit zögern, um sich zu entscheiden, ist das Ziel schon außer Reichweite.
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3. Viele Menschen haben Angst vor einer
»falschen« Entscheidung
Dabei gibt es so etwas gar nicht. Mit der Entscheidung haben Sie ja eine Alternative
abgewählt. Sie werden darum nie wissen, wie Ihr Leben verlaufen wäre,
wenn Sie sich anders entschieden hätten.
Ein Beispiel: Angenommen, Sie wollen sich entscheiden, ob Sie ans Meer
fahren oder in die Berge, und Sie wählen die Berge. Leider regnet es dort heftig
– und zwar ununterbrochen die gesamten zehn Tage, die Sie dort verbringen.
Die meisten Menschen würden jetzt sagen: »Ich habe die falsche Entscheidung
getroffen.« Zu Recht?
Nicht unbedingt. Denn Sie wissen doch nicht, was Ihnen am Meer widerfahren
wäre. Womöglich hätten Sie mit einer schweren Lebensmittelvergiftung
die ganze Zeit im Bett gelegen. Vielleicht lernen Sie in den Bergen auch Ihren
Traumpartner kennen. Sofort relativiert sich die ursprüngliche Einschätzung,
eine »falsche« Entscheidung getroffen zu haben. Die Wahrheit ist: Wir werden
nie genau wissen, ob wir besser gefahren wären, wenn wir uns anders entschieden
hätten. Eben weil wir nicht wissen, wie unser Leben dann verlaufen wäre.
Nachdem Sie eine Zeit lang nachgedacht haben, ist jede Entscheidung besser
als gar keine.

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4. Viele Menschen meinen, ihre Entscheidungen leicht
und ohne Schmerz treffen zu können
Die ideale Entscheidung scheint die zu sein, die sich geradezu aufdrängt. Darum
neigen Menschen oft dazu zu warten, bis nur noch eine Alternative übrig
geblieben ist, weil die andere an Attraktivität verloren hat. Wir übersehen dabei,
dass es sich dann nicht mehr wirklich um eine Entscheidung handelt. Das ist
keine Wahl mehr.
Erst wenn Sie beide Alternativen würdigen, hat die Wahl wirklich Kraft. Je
mehr Sie die nicht gewählte Alternative würdigen – obwohl Sie diese nicht gewählt
haben –, umso mehr werten Sie die Alternative auf, die Sie gewählt haben.
Wenn Sie den Respekt vor sich selbst steigern wollen, so treffen Sie rasche
Entscheidungen. Trainieren Sie Ihren »Entscheidungsmuskel«.
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In den Momenten der Entscheidung
bestimmen wir unser Schicksal
Stellen Sie sich vor: In den nächsten Jahren wird ein Mensch neu in Ihrem Leben
auftauchen. Er wird Ihre Haustürschlüssel besitzen und Ihr Auto. Er wird in
Ihrem Haus wohnen und an Ihrem Tisch sitzen. Er wird all die Dinge benutzen,
für die Sie hart gearbeitet haben und die Ihnen ans Herz gewachsen sind. Er
wird Ihre Kontoauszüge lesen und kontrollieren, ob Sie wirklich etwas aus den
letzten Jahren gemacht haben. Er schläft in Ihrem Bett. Und wenn Sie kritisch
in den Spiegel schauen, dann sehen Sie ihn. Dieser Mensch sind Sie. Sie haben
ihn geschaffen durch die Entscheidungen, die Sie heute treffen, und durch die
Dinge, die Sie heute tun oder nicht tun.
Wie wird dieser Mensch aussehen? Wie wird er wohnen?
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Praxis:
Heute werde ich meine Fähigkeit verbessern, Entscheidungen zu treffen,
indem ich mich zu folgenden Schritten verpflichte:
1. Ich trainiere meine Fähigkeit, mich schnell zu entscheiden. Ich stelle
mir vor, es gäbe einen Entscheidungsmuskel, den ich jedes Mal stärke,
wenn ich eine schnelle Entscheidung treffe. Es gibt Menschen, die
schauen sich die Speisekarte 15 Minuten lang an – und dann bestellen
sie Spaghetti Bolognese. Ich nehme mir heute vor, innerhalb von
30 Sekunden zu entscheiden, was ich essen und trinken will. Selbst
auf die Gefahr hin, dass ich einmal etwas essen muss, was mir nicht
schmeckt. Ich treffe heute jede kleinere Entscheidung innerhalb von
30 Sekunden.
2. Ich frage mich bei allen Entscheidungen: Was sind die Konsequenzen,
wenn ich mich so entscheide? Und: Wird die Entscheidung, die ich
gerade treffe, mir und den Menschen um mich herum Glück bringen?
So lerne ich, in mich hineinzuhören.
3. Ich beantworte mir die Fragen schriftlich: Wer will ich in fünf Jahren
sein? Was will ich in fünf Jahren tun? Was will ich in fünf Jahren
haben? Alle meine Entscheidungen richte ich nach diesen Zielen aus.
Ich bin bereit, mich von den Dingen zu trennen, die mir im Grunde
gar nicht gefallen. So habe ich beide Hände frei für meine Träume.
4. Ich überlege, ob es eine »schwierige« Entscheidung gibt, die ich seit
längerem vor mir herschiebe. Ich schreibe die einzelnen Wahlmöglichkeiten
auf. Dann überlege ich, ob ich mich mit erfahrenen Menschen
besprechen könnte. Vor allem aber setze ich mir schriftlich eine
Deadline, bis wann ich mich definitiv entschieden haben muss.
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2. Gesetz: Lerne und wachse konstant
Einer alten indischen Schöpfungsgeschichte zufolge schuf Gott zunächst eine
Muschel und legte sie auf den Meeresboden. Dort führte sie kein aufregendes
Leben. Den ganzen Tag über tat sie nichts anderes, als ihre Klappe zu öffnen,
etwas Meerwasser hindurchfließen zu lassen und dann wieder die Klappe zu
schließen. Tagaus, tagein gab es für sie nichts anderes als Klappe auf, Klappe zu,
Klappe auf, Klappe zu, Klappe auf, Klappe zu …
Dann schuf Gott den Adler. Ihm gab er die Freiheit zu fliegen und selbst
die höchsten Gipfel zu erreichen. Es existierte fast keine Grenze für ihn. Allerdings
zahlte der Adler für diese Freiheit einen Preis: Täglich musste er um seine
Beute kämpfen. Nichts fiel ihm einfach so zu. Wenn er Junge hatte, musste er
oft tagelang jagen, um genügend Futter heranzuschaffen. Aber diesen Preis bezahlte
er gerne.
Schließlich schuf Gott den Menschen und führte ihn zuerst zu der Muschel
und anschließend zum Adler. Dann forderte er ihn auf, sich zu entscheiden,
welches Leben er führen wolle.
KLUW: Konstant lernen und wachsen
Wir haben die Wahl zwischen den beiden Lebensformen. Die Muschel steht für
Personen, die es versäumen, ihren Horizont zu erweitern. Der Preis dafür ist
oft, dass sie ein Leben lang stets das Gleiche tun müssen. Napoleon Hill sagte:
»Manche Menschen sterben vorzeitig, weil sie zu viel essen, andere sterben, weil
sie zu viel trinken, und noch wieder andere verkümmern einfach und sterben,
weil sie nichts anderes zu tun haben.«
Wer sich entscheidet, wie ein Adler zu leben, der hat sicherlich keinen leichten
Weg gewählt. Es gibt wahrscheinlich nur eine Möglichkeit, diesen Weg
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durchzustehen: Wir müssen am Lernen und Wachsen regelrecht Freude entwickeln.
Je mehr wir lernen und wachsen, umso freier werden wir. Herausforderungen
und Probleme werden bei solcher Betrachtungsweise zu Lektionen.
Die Lebensphilosophie KLUW – konstant lernen und wachsen – basiert
auf vier Erkenntnissen.
1. Wachstum ist ein Teil unseres genetischen Codes
Woran erkennen wir, ob etwas lebt? Alles, was lebt, wächst. So können wir einen
Stein von einer lebenden Koralle unterscheiden. Wenn etwas aufhört zu wachsen
und sich zu verändern, dann stirbt es. Zum einen handelt es sich bei Wachstum
also um das Prinzip des Lebens. Es geht aber nicht nur darum, einfach zu
wachsen, sondern Evolution bedeutet zielgerichtetes Wachstum. Wachstum, um
lebensfähiger zu sein und um sich zu entwickeln.
2. Es handelt sich bei KLUW um
ein Grundbedürfnis des Menschen
Wenn wir Kinder beobachten, dann ahnen wir, wie sehr es in unserer Natur
liegt, lebenslang zu wachsen und zu lernen. Ständig wollen sie forschen, kennen
lernen, untersuchen und ihre Fähigkeiten verbessern. Dabei gehen sie Abenteuer
und Risiken ein und schonen sich nicht. Man fragt sich, wo das Kind die
ganze Energie hernimmt. Vielleicht stimmt es tatsächlich, dass Menschen viel
mehr Energie haben, wenn sie so leben, dass sie ihre Bedürfnisse erfüllen.
Beobachten Sie im Vergleich einmal Erwachsene, die nicht mehr lernen und
wachsen. Sie überlegen zwar, wie sie ihre Zeit am besten verbringen können,
aber glücklich sehen sie meist nicht aus. Der Grund ist einfach: Wenn wir aufhören
zu wachsen und zu lernen, wird unser Leben sinnlos und leer. Unerfüllte
Bedürfnisse nehmen unsere Lebensfreude und rauben Energie.
3. Es gibt keine Religion, die nicht einen
»besseren« Menschen anstrebt
Dabei geht es hier nicht um Religiosität als vielmehr um die Tatsache, dass die
einzelnen Religionen der Welt die Sehnsüchte der Menschen ausdrücken. Und
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sie sollen helfen, diese Sehnsüchte zu erfüllen: die nach Erlösung, Erleuchtung,
Heiligkeit, Frieden, besserem Leben und Liebe … All dies setzt voraus, dass wir
uns verändern. Es gibt keine Religion, die besagt: »Du sollst dich nicht ändern.«
4. Für jedes Wirtschaftssystem und für jede Firma gilt:
Es kann niemals einen Stillstand geben. Eine Firma wächst oder wird schwächer.
Wer versucht, ein bestimmtes Niveau zu halten, wird langfristig den Wettbewerb
verlieren. Wer wirtschaftlich tätig ist, muss lernen und wachsen, oder er
wird schwächer. Wir wissen das spätestens, seit Dr. W. Edwards Deming den
Qualitätsgedanken definierte: »Qualität bedeutet nicht nur, einem bestimmten
Standard zu entsprechen, sondern in einem lebendigen und dynamischen Prozess
stetige Verbesserungen zu erzielen.«
Wie sollen wir glücklich sein können, wenn wir gegen das Gesetz des Lebens,
die Regeln der Evolution, gegen unsere Bedürfnisse, gegen unsere Sehnsüchte
und gegen jede wirtschaftliche Vernunft verstoßen? Zu lernen und zu
wachsen ist ein Teil unseres Lebenssinns. Es gibt keine Droge und keine Ablenkung,
die uns das geben kann, was wir durch KLUW werden und erleben.
Eine Entscheidung, die wir immer wieder
treffen müssen
Man könnte annehmen, dass wir uns zu einem Zeitpunkt in unserem Leben
ein für allemal für eine der beiden Lebensformen entscheiden. Tatsächlich aber
müssen wir die einmal getroffene Entscheidung immer wieder bekräftigen.
Wir müssen uns immer wieder überwinden, Bücher zu lesen, Journale zu
schreiben, Seminare zu besuchen und uns mit den Menschen zu umgeben, von
denen wir etwas lernen können.
Es gibt insbesondere zwei Gründe, warum Menschen aufhören zu lernen
und zu wachsen:
Der eine ist die Meinung, nicht mehr besser werden zu können. Wir können
immer dazulernen und wachsen. David Bowie sagte: »An dem Tag, an dem du
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denkst, du kannst nicht mehr besser werden, fängst du an, immer den gleichen
Song zu spielen.«
Der zweite Grund ist die Gleichgültigkeit. Sie ist eine der größten Versuchungen,
weil sie so harmlos anmutet. Aber wenn wir nicht konstant lernen
und wachsen, dann verfallen wir unweigerlich in Verhaltensmuster und einen
Lebensstil, der weit unter dem Niveau liegt, das wir verdienen.
Aber eine der größten Gefahren liegt in der Annahme: »Ein bisschen von
etwas Schlechtem schadet doch nicht.«
Die Froschfalle
Was passiert, wenn man einen intelligenten Frosch in einen

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Der Langzeitvergleich
Es scheint keine Rolle zu spielen, ob wir heute einen Apfel oder eine Tafel Schokolade
essen; ob wir in einem guten Buch lesen oder Seifenopern im Fernsehen
anschauen; ob wir 10 Euro sparen oder sie ausgeben …
Aber nach zehn Jahren ist ein großer Unterschied sichtbar. Schokolade, Seifenopern
und Geldausgeben führen zu Fettleibigkeit, Oberflächlichkeit und
Armut. Obst, gute Bücher und Sparsamkeit eher zu Gesundheit, Wissen und
Wohlstand. Niemand erwartet, dass es immer kluge Entscheidungen sind, die
wir treffen. Aber das Leben ist die Summe aller unserer getroffenen Entscheidungen.
Da ist Gleichgültigkeit ein schlechtes Rezept.
Ein Vater wollte in Ruhe arbeiten können und seinen Jungen für eine Weile
beschäftigen. Er riss daher eine Weltkarte, die er in einem Magazin gefunden
hatte, in kleine Stücke. Dann forderte er das Kind auf, die Karte wieder zusammenzusetzen.
Zu seinem Erstaunen kam es bereits kurz darauf mit der korrekt zusammengesetzten
Weltkarte zurück. Der Vater konnte kaum glauben, dass sein
Sohn dies so schnell zustande gebracht hatte. Der Junge erklärte: »Auf der anderen
Seite der Karte war das Gesicht eines Mannes. Das war einfach zusammenzusetzen.
Ich habe mir gedacht: Wenn der Mann in Ordnung ist, dann ist
auch die Welt in Ordnung.«
Das ist der Kern von KLUW: Wir setzen uns zusammen. Unsere kleinen
und großen Entscheidungen bestimmen, wie unsere Zukunft aussehen wird.
Wenn wir in Ordnung sind, ist auch unsere Welt in Ordnung.
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Pat Riley
Der erfolgreichste Coach in der Geschichte des amerikanischen Basketballs war
Pat Riley. Die Spieler seines Teams, die Los Angeles Lakers, waren 1986 der festen
Meinung, sich nicht mehr steigern zu können. Da motivierte er sie, sich nur
um 1 Prozent zu verbessern. 1 Prozent erschien lächerlich gering.
Aber Riley rechnete ihnen vor: Wenn zwölf Spieler ihre Leistung in den
fünf Bereichen des Spiels um 1 Prozent verbessern würden, dann wäre das
Team 60 Prozent effektiver. Er erklärte den Spielern auch, dass wahrscheinlich
bereits 10 Prozent genügen würden, um den Titel zu holen. 1 Prozent erschien
möglich und sogar leicht. Also strengten sich die Spieler an und gewannen die
Meisterschaft scheinbar ohne Mühe.
Angenommen, Sie beschließen, sich in den fünf Bereichen Ihres
Lebens: Gesundheit, Beziehungen, Finanzen, Emotionen und Job, um 1
Prozent zu verbessern. Wenn Sie das jeden Monat tun – nur ein Jahr lang –,
dann sind Sie um 60 Prozent effektiver geworden.
KLUW unterstützt sich selbst
Woher können wir die Disziplin nehmen, konstant zu lernen und zu wachsen?
Die Antwort mag Sie verblüffen: Wir brauchen eine Art Zaubertrank. Das Geheimnis
der Stärke von Asterix und Obelix liegt in ihrem Zaubertrank. Dieser
Zaubertrank ist unser Umfeld, das uns beeinflusst – oft unbewusst. Es ist
zu einem großen Teil dafür verantwortlich, wie unsere täglichen Entscheidungen
ausfallen. Es sind aber auch die Bücher, die wir lesen, die Journale, die wir
schreiben, und die Seminare, die wir besuchen.
Obelix hatte Glück, er ist als kleiner Junge in einen mit Zaubertrank gefüllten
Kessel gefallen. Er ist schon als Kind auf eine bestimmte Art geprägt worden.
Asterix hatte dieses Glück nicht. Er muss vor jeder schwierigen Situation
erneut Zaubertrank zu sich nehmen. So geht es den meisten von uns: Wir brauchen
diese Hilfen. Die Menschen, die uns Vorbild sind; die Bücher, die uns ins-
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pirieren; die Journale, die uns helfen, uns und unser Leben zu verstehen, aus
Fehlern zu lernen und Selbstvertrauen aufzubauen; und die Seminare, die uns
neue Wege zeigen und uns Anstöße geben.
Je mehr wir lernen und wachsen, desto mehr Verlangen haben wir zu lernen
und zu wachsen. Es wird zu unserer Natur. KLUW unterstützt sich also selbst.
Gewinner sind neugierig. Sie wollen die Person kennen lernen, die sie sein
könnten. Gewinner nutzen Lob und Tadel, um konstant zu lernen und zu
wachsen. Sie finden dabei das richtige Maß. Zwar schätzen sie Lob, aber sie
schätzen es nicht zu hoch. Zwar fürchten sie Tadel, aber nicht so sehr, dass sie
daran zugrunde gehen würden.
Wer in einem Quiz die Antworten nicht kennt, kommt nicht in die nächste
Runde. Im Leben verhält es sich ähnlich. Für Gewinner bedeutet KLUW: Sie
sind mit jedem Jahr weniger die Person, die sie früher waren; und mehr die, die
sie gerne sein möchten.
Praxis:
Ich werde heute meine Gewohnheit festigen, konstant zu lernen und zu
wachsen, indem ich mich verpflichte, folgende Schritte zu unternehmen:
1. Ich nehme mir vor, mindestens zwei inspirierende Bücher pro Monat
zu lesen. Mit der Zeit werde ich sogar ein bis zwei Bücher pro Woche
lesen.
2. Ich überlege mir, welches Seminar ich besuchen könnte.
3. Ich lege neben meinem Erfolgs-Journal zwei weitere Journale an: ein
Erkenntnis-Journal. Hier notiere ich alle Fehler und die Lehren, die ich
daraus gezogen habe. Und ein Ideen-Journal, in dem ich alle meine Ideen
aufschreibe.
4. Ich erstelle eine Liste von zehn Personen, die ich gerne kennen lernen
möchte, um von ihnen zu lernen.
5. Ich nehme mir fest vor, jeden Tag ein Kapitel in diesem Buch zu lesen.
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3. Gesetz: Erlebe den heutigen
Tag bewusst
Nach einer harten Woche fuhr die Managerin zum Strand, um endlich Ruhe zu
finden. Dort lernte sie Melony, ein kleines Mädchen, kennen. Die Kleine wohnte
mit ihrer Mutter in einer Hütte in der Nähe. Die gute Laune des Mädchens
steckte die Managerin bald an: Ausgelassen spielten sie zusammen im Sand.
Als sie sich erschöpft ausruhten, glitt eine Schwalbe vorbei. »Da fliegt Freude«,
kommentierte die Kleine den Flug.
»Was fliegt dort?«
»Freude! Meine Mutter sagt immer, dass Schwalben Freude bringen.«
Die Managerin verabschiedete sich am Abend von dem Mädchen und fuhr
nach Hause.
Immer, wenn sie spürte, dass sie wieder eine Dosis »Schwalbe« gebrauchen
konnte, fuhr sie wieder zu Melony an den Strand. Sie hatten viel Spaß. Manches
Mal saßen sie zusammen und beobachteten Schwalben. Nach einer Weile spürte
auch die Frau, dass Schwalben Freude bringen. Auf eine eigenartige Weise
waren sie Freunde geworden.
Eines Tages kam die Managerin sehr traurig an den Strand. Wie
immer begrüßte Melony sie voller Freude. Aber die Frau wollte alleine sein:
»Ich bin heute nicht in der Stimmung, mit dir zu spielen. Meine Mutter ist gestorben.
Lass mich in Ruhe.«
»Hat es weh getan, als sie gestorben ist?«
»Natürlich hat es weh getan«, schnappte die Frau und ließ das Kind stehen.
Zu sehr war sie von ihrem Schmerz gefangen.
Einige Wochen später ging es der Managerin etwas besser und sie vermisste
Melony. Auch fühlte sie sich ein wenig schuldig. Also fuhr sie wieder an den
Strand. Aber dort fand sie Melony nicht.
Daraufhin ging sie zu der Hütte. Eine junge, sehr traurig aussehende Frau
bat sie herein. Die Managerin stellte sich vor. »Ich vermisse Melony – wir haben
immer so schön gespielt. Wo steckt sie denn?«
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»Melony ist letzte Woche gestorben. Sie hatte Leukämie. Vielleicht hat sie
Ihnen das nicht erzählt.« Plötzlicher Schmerz überwältigte die Managerin.
Die Mutter fuhr fort: »Sie liebte diesen Strand, und als sie mich bat, hierher zu
kommen, da konnte ich es ihr nicht abschlagen. Es schien ihr hier so viel besser
zu gehen und sie hatte einige sehr glückliche Tage hier. Aber dann ging es plötzlich
sehr schnell mit ihrer Gesundheit bergab …« Ihre Stimme versagte. »Sie, sie
… Melony hat mich gebeten, Ihnen etwas zu geben. Ich suche es sofort.«
Die Mutter brachte ihr einen bunt bemalten Umschlag, auf dem
stand: »Für meine Freundin«. Innen fand sie ein selbst gemaltes Bild von
»ihrem« Strand: gelber Sand, blaues Meer und eine große Schwalbe. Darunter
stand sorgsam geschrieben: EINE SCHWALBE BRINGT DIR FREUDE.
Die Managerin konnte ihre Tränen nicht länger zurückhalten. Sie nahm Melonys
Mutter in die Arme.
Heute hängt das Bild über ihrem Schreibtisch, so dass sie es immer sehen
kann. Das Geschenk eines kleinen Mädchens, das sie Freude gelehrt hatte.
Manchmal scheint es, dass wir erst durch Tragödien aus unserem Trott herausgerissen
werden und uns auf das besinnen, was wirklich zählt. Wir sind oft zu
beschäftigt, um die Schönheit eines Moments zu genießen und um dankbar zu
sein für die Menschen um uns herum.
Schicksalsschläge
Viele von uns haben Tragödien erlebt und mussten Schicksalsschläge erdulden.
Manchmal geschehen Dinge, die wir nicht verstehen. Manches scheint unsere
Kräfte zu übersteigen. Katastrophen wie schwere Krankheiten und Tod gehören
zum Leben. Niemand wird davon verschont. Wie reagieren wir? Suchen wir
Erklärungen, hadern wir mit Gott, klagen wir an, oder versuchen wir selbst in
einer solchen Situation die »helle Seite« zu entdecken?
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Als Robin, die kleine Tochter von George und Barbara Bush, im Alter von
drei Jahren starb, war die Reaktion der Eltern bewundernswert: »Wir freuen
uns, dass die Erde, auf der unsere Tochter lachte und lief, auch unsere Erde
war. Darum wollen wir nicht über ihr Dahinscheiden trauern, sondern dankbar
sein für die Zeit, die wir zusammen hatten. George und ich lieben und wertschätzen
jeden Menschen mehr – wegen Robin. Sie lebt in unseren Herzen,
Erinnerungen und Handlungen. Wir weinen nicht mehr über sie. Sie ist ein
glücklicher, heller Teil unseres Lebens.«
Genießen wir den Augenblick
Wir sollten uns öfter darauf besinnen, wie wertvoll jeder Mensch ist, dem wir
begegnen, und wie besonders jeder Moment, den wir erleben. Leider sehen wir
vieles als selbstverständlich an und glauben, unendlich viel Zeit zu haben.
Erst im Angesicht eines Verlustes erkennen wir wieder, dass jeder Moment
in Wahrheit ein Geschenk ist. Wie viele Geschenke nehmen wir einfach nicht
an und übersehen sie sogar – weil wir uns zu sehr auf Sorgen konzentrieren
oder auf angeblich »Wichtigeres«.
Wir brauchen mehr Abstand. Wir sollten uns bei allen Sorgen und Problemen
fragen: Was wird in fünf Jahren von diesen Problemen noch übrig sein? Wahrscheinlich
nichts … Höchstens eine ruinierte Gesundheit, wenn wir Negatives
zu sehr in uns hineingefressen und Unbedeutendes überbewertet haben.
Was uns dagegen erhalten bleibt, sind die Momente, die unser Herz berühren.
Jene »Magic Moments«, die Zaubermomente, die uns mit Glück und Frieden
überfluten. Wie oft laufen wir an solchen Gelegenheiten vorbei …
Die Versäumnisse des modernen Zeitmanagements
Im Zuge des immer weiter perfektionierten Zeitmanagements ergeben sich vier
Missstände:
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1. Viele Menschen haben trotz aller Zeitplaner und Seminare noch weniger
Zeit als vorher. Zeitmanagement scheint seinen Triumph darin zu erfahren,
den Menschen zu ermöglichen, noch mehr in den Tag hineinzupacken.
Statt Zeit zu schenken, rauben die meisten Techniken Zeit.
2. Der Schwerpunkt wird darauf gelegt, Minuten zu sparen, während viele
Menschen Jahre vergeuden. Wer sein Ziel nicht kennt, aber gutes Zeitmanagement
betreibt, der gelangt nur schneller ans falsche Ziel. Auf diese Weise
werden wir immer perfekter darin, etwas zu tun, was nicht zählt. Das Wichtigste
wird nicht berücksichtigt, nämlich herauszufinden, was für uns wirklich von
Bedeutung ist. Wir verherrlichen die Uhr und vernachlässigen den Kompass.
Wir bemerken gar nicht, was uns auf diese Weise entgeht. Es fällt uns
vielfach erst dann auf, wenn es zu spät ist.
3. Alles Unvorhergesehene wird pauschal als »Unterbrechung« deklassiert.
Selbst Menschen, die wir lieben, werden auf diese Art zur »Störung«. Dies
ergibt sich natürlich zwangsläufig, wenn wir derart unter der Tyrannei von
Terminen stehen. Dabei sollen die Termine uns dienen und nicht wir den
Terminen. Wer sich nur auf Ziele, Pläne und Termine fixiert, lebt nur für
die Zukunft. Das Fatale daran ist, dass er auch in Zukunft für die Zukunft
leben wird. Auf diese Weise werden wir niemals den Moment genießen.
Und wir werden den Wert eines Menschen nicht schätzen. Menschen sollten
den Vorrang behalten.
4. Wir entwickeln schon fast ein schlechtes Gewissen, wenn wir einmal nichts
tun. Wir geraten in die Beschäftigungsfalle. Wer nicht ständig etwas unternimmt,
dem wird langweilig. Einem Menschen, der jeden Tag und jeden
Moment als eine Chance und ein Geschenk versteht, wird es nicht langweilig.
Er weiß, dass Zeit relativ ist. Langeweile kann nur bei Menschen
aufkommen, die nicht im Moment leben und eine Situation nicht richtig
wahrnehmen und so nicht an ihr teilnehmen können.
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Zeit, um Pausen zu machen, um zu reflektieren, um
nichts zu tun
Es macht einem Gewinner sogar Freude, wenn die Zeit manchmal stehen zu
bleiben scheint. Das gibt ihm die Gelegenheit, gewisse Momente – wie in Zeitlupe
– noch bewusster und intensiver zu erleben. Selbst Pausen werden genossen
– als Chance zur Stille und zur Besinnung auf das Wesentliche.
Wir müssen nicht immer etwas tun; wir können auch manchmal nur sein. Aber möglicherweise
will derjenige, der immer etwas tut, ablenken von dem, was er ist.
Vielleicht will er auch nicht nachdenken und sich mit sich selbst beschäftigen.
Wir brauchen solche Pausen, um uns mehr mit unseren Werten zu befassen.
Um über die Richtung nachzudenken, die wir einschlagen wollen. Wir müssen
immer wieder innehalten, um nicht vom Strom des Dringlichen mitgerissen zu werden. Das
Dringliche hat die Neigung, so »laut« zu erscheinen, dass es wichtig wirkt. Aber
in ruhigen Momenten können wir differenzieren und uns auf die Richtung besinnen,
die wir als die für uns wichtige erkannt haben. Wir können wieder
Wichtiges von Pseudo-Wichtigem unterscheiden.
Und wir brauchen solche Pausen, um uns mehr auf die Menschen zu besinnen,
die uns wichtig sind. Nichts kann die Zaubermomente ersetzen, die wir
mit diesen Menschen zusammen erleben können. Nichts kann unser Leben
auch nur annähernd so sehr bereichern.
Der heutige Tag ist Ihre Chance
In der heutigen Zeit scheint es »normal«, in der Vergangenheit zu leben – indem
wir etwas bedauern – oder in der Zukunft – indem wir diese vorbereiten.
Sicherlich ist es ein Zeichen des Fortschritts, wenn wir langfristig planen und
für eine bessere Zukunft arbeiten. Aber dieses Denken kann auch zu einer Falle
werden. Das ist immer dann der Fall, wenn wir gar nicht mehr die Schönheit
des Moments erleben.
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Der heutige Tag ist eine einmalige Chance, die nicht wiederkehrt. Eine
Chance, um Qualitätszeit mit einem Menschen zu verbringen, den Sie schätzen.
Eine Chance, um an Ihren Träumen und Zielen zu arbeiten. Eine Chance, um
glücklich zu sein. Überlegen Sie darum: Was können Sie tun, um den heutigen
Tag noch bewusster zu erleben als »normale« Tage?
Vieles hängt von unserer Sichtweise ab. Ein kleines Mädchen war im Wald
geblieben, obwohl ein heftiges Gewitter tobte. Besorgt machte sich ihre Mutter
auf den Weg, um sie zu suchen. Als sie ihre Tochter endlich gefunden hatte, bot
sich ihr ein merkwürdiges Bild: Bei jedem Blitz blieb das Mädchen stehen,
blickte zum Himmel und lächelte. Die Mutter fragte: »Hast du denn gar keine
Angst vor den Blitzen?« »Nein«, antwortete die Kleine, »Gott macht doch Fotos
von mir.«
Sollte Ihnen heute eine Widrigkeit zustoßen, so nehmen Sie diese nicht zu wichtig.
Lassen Sie sich durch nichts Ihre gute Laune verderben. Sagen Sie sich: »Das
Schlimmste, das mir heute passieren kann, ist, einen wundervollen Tag zu haben.« Verwandeln
Sie Frustration in Faszination. Behalten Sie die Macht über die Situation.
Lassen Sie nicht zu, dass ein widriger Umstand die Macht über Sie erhält. Benjamin
Disraeli sagte: »Kleine Dinge beeinflussen kleine Geister.« Wenn Sie es nicht
zulassen, kann nichts und niemand Ihnen die Schätze nehmen, die der heutige Tag für Sie
birgt.
Der Legende nach konnten Alchemisten früher Blei und Erde in Gold verwandeln.
Eine interessante Idee. Erfolgreiche Menschen sind in gewisser Weise
Alchemisten. Sie nehmen Situationen und verwandeln sie in goldene Momente.
Dankbarkeit
Kennen Sie das Geheimnis eines fröhlichen und glücklichen Menschen? Jemand,
der auch bei Regenwetter ein Lied pfeift und lächelt? Das Geheimnis glücklicher
Menschen ist die Fähigkeit, den Moment als Wunder zu erkennen und dafür dankbar zu sein.
Heute ist eine Chance, um dankbar zu sein. Sie können für so vieles dank-
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bar sein. Für die Menschen, die Sie lieben und von denen Sie geliebt werden.
Für kostbare Momente. Dafür, dass Sie gesund sind, laufen können, sehen und
hören können, ohne fremde Hilfe essen können und zu essen haben, sprechen
können … Die Liste ließe sich endlos fortsetzen. Erkennen Sie, wie reich Sie
sind und aus wie vielen Geschenken Ihr Tag besteht?
Machen wir uns klar, welch eine Vielzahl von Wundern wir oft als selbstverständlich
betrachten. So ist es auch mit den Menschen um uns herum. Wir sollten
sie niemals für selbstverständlich nehmen.
Gewinner genießen jeden Tag als eine einmalige Chance. Sie betrachten und
schätzen die Menschen um sich herum als das, was sie sind: Geschenke und
Wunder. Sie gewinnen Kraft, indem sie sich auf die einfachen Dinge besinnen,
welche die Grundlagen des Lebens bilden. Sie sind dankbar und lassen sich
auch von Frustrationen nicht davon abbringen, vom Leben fasziniert zu sein.
Gewinner nutzen den heutigen Tag.

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Praxis:
Ich erlebe den heutigen Tag bewusst und nutze ihn als Chance, indem ich
mich zu folgenden Schritten verpflichte:
1. Heute denke ich ganz bewusst an die Menschen, die mein Leben bereichern.
Ich suche besonders die Nähe einer dieser Personen und
verbringe die Zeit mit ihr so, als wenn ich sie für eine lange Zeit nicht
wiedersehen würde.
2. Sollte ich heute im Stau stehen oder mir sonst etwas Widriges zustoßen,
so vertausche ich Frustration mit Faszination. Das Schlimmste,
was mir heute widerfahren kann, ist, einen wundervollen Tag zu erleben.
3. Ich schreibe mir heute 25 Dinge auf, für die ich dankbar bin. Dadurch
werde ich das Leben noch mehr lieben und mich reich fühlen. Statt
sinnlos Zeit mit Warten zu vergeuden, nutze ich heute Pausen, um
mich an noch mehr Punkte zu erinnern, für die ich dankbar sein kann.
Auf diese Weise wird heute jedes Warten zu einem Geschenk.
4. Der heutige Tag ist nicht, wie er ist, sondern er ist das, was ich aus ihm
mache. Ich beschließe darum jetzt, den heutigen Tag als eine Chance
zu sehen und ihn als solchen zu nutzen. Jeden einzelnen Moment
werde ich heute als Bereicherung sehen. Jede Begegnung als ein Geschenk.
Jede Minute als eine Gelegenheit. Jede Sekunde mit einem
lieben Menschen als ein Wunder

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